Es zieht mir den Stecker.
Ich bin leer.
Nicht depressiv. Nicht traurig.
Einfach leer.
Ein stilles Leer, das man erst bemerkt, wenn man nach etwas greifen will
und da ist nichts mehr.

Monate voller Planung, die Farm, die Tiere, die Verantwortung.
Plötzlich ist die Luft raus.
Nicht schlagartig. Eher so, als hätte jemand langsam das Ventil geöffnet.

Das Beunruhigendste ist dieser Gedanke:
Vielleicht ist meine Kreativität weg.
Ausgelöscht. Nichts. Nada.

Normalerweise sind da immer Ideen. Pläne. Gedankenskizzen.
Jetzt ist da Stille. Kein „Was wäre, wenn …“.
Ich bin nie ohne Input. Im Gegenteil.

Stecker gezogen Offline ein Selbstversuch The Offline Hotel

Mein Tag beginnt, noch bevor ich wach bin.

Handy an. Ein kurzer Blick. Was ist passiert? Wo brennt es?
Noch bevor ich einen Fuß aus dem Bett setze, ist mein Kopf voll.
Nicht kreativ voll. Sondern schwer.

Ich schaue aus dem Fenster, sehe den Garten, die Hunde.
Stattdessen lasse ich Informationen hinein, die nichts mit mir zu tun haben.
Mein Kopf ist ein Raum, in den ständig jemand hineingeht,
etwas abstellt und wieder verschwindet. Ohne zu fragen.
Ich stehe mittendrin und finde keinen Platz mehr.
Ich merke: Ich habe verlernt, einfach nichts aufzunehmen.

Dieser Blog ist mein Selbstversuch.
Kein Ratgeber. Kein Manifest.
Nur ein wöchentlicher Blick darauf, was passiert, wenn ich den Input reduziere.

Ehrlich. Unperfekt.

Ich starte heute.

Nächste Woche erzähle ich, warum mein Handy abends immer noch neben meinem Bett liegt und warum genau das vielleicht der Anfang vom Problem ist.

Bild: Titilayo Reichmann