Ich liebe es, von alleine aufzuwachen. Meistens bin ich schon sehr früh wach, wenn die Welt um mich herum noch schläft. Das Einzige, was diese frühe Ruhe sanft durchbricht, ist das Krähen unseres Hahns oder das ferne Bellen eines Hundes. Mein Mann schläft meist noch eine Stunde länger, und selbst unsere Hunde haben zu dieser Zeit noch überhaupt keine Not, aufzustehen.
Mein Morgen beginnt ganz analog. Ich mache mir einen Kaffee, ziehe die Jalousien hoch und genieße für einen Moment einfach nur den Ausblick in das satte Grün der Bäume. Bevor ich irgendetwas anderes tue, nehme ich mir ein Buch und lese mindestens eine Viertelstunde. Es ist wie ein sanftes Ankommen im Tag.
Danach folgt mein liebstes Morgenritual:
das Schreiben. In dieser absoluten Stille der ersten Stunden widme ich mich meiner eigenen Geschichte, meiner Suchtbiografie. Die Gedanken fließen morgens einfach klarer, wenn der Kopf noch unbeschrieben und frei von den Meinungen und Nachrichten des Rests der Welt ist.
Ich schaffe es nicht immer, aber es gelingt mir immer besser: Erst wenn wir gemeinsam gefrühstückt haben, wenn ich alle unsere Tiere auf der Farm gefüttert und mich im Gewächshaus um die Pflanzen gekümmert habe – erst dann erlaube ich dem Smartphone und den Weltnachrichten, Einzug zu halten.
Wenn wir den Tag mit dem Blick auf ein Display beginnen, lassen wir sofort die Agenda anderer Menschen in unseren Kopf. Wir reagieren auf Nachrichten, wir scrollen durch Ereignisse, die wir nicht ändern können, und schalten direkt in den Funktionsmodus. Schenken wir uns stattdessen diese erste Stunde des Tages selbst. Beginnen wir ihn mit dem, was uns glücklich macht, im echten Leben, ganz real. Mein Tag beginnt dadurch so viel zufriedener und absolut stressfrei.

